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Geschichte und Herkunft von Reis

Lange, runde, schwarze, rote und herrlich duftende Körner bereichern heute Gerichte vieler Kulturen. Circa 50 % der Weltbevölkerung ernährt sich hauptsächlich von Reis. Die meisten von ihnen leben nach wie vor in Asien. Genau in diesem Teil der Erde begann die weite Reise der ältesten Nutzpflanze der gesamten Menschheit.

Reis und seine Herkunft

In südöstlichen Teilen Asiens begann die Geschichte vom Reis. Die erste Wildsorte hieß Oryza rufipogon und zählt zum Ursprung heute bekannter Kulturreissorten. In China wurde Wildreis gesammelt und zu bekömmlichen Gerichten verarbeitet. Bis dato ist der genaue Zeitpunkt der Entdeckung der wertvollen Pflanze jedoch unbekannt. Dennoch gilt China als eindeutig belegtes Herkunftsland.

Reis wurde erstmalig im Yangtze-Gebiet und Ganges Tal angebaut. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Nutzpflanze seit circa 7.000 bis 13.500 Jahren angebaut wird. Von da aus eroberte er nach und nach ganz Asien. Damit begann die Geschichte von kultiviertem Reis, lange bevor erste Getreidesorten kultiviert wurden. Dennoch bildeten sich die ersten beiden Subspezies erst viele Jahre der ersten Nutzung heraus.

Vor circa 3.900 teilten sich die Unterarten Japonica und Indica Reis auf. In Indien ist der Anbau die Geschichte von Reis ebenso archäologisch nachvollziehbar. Die Funde weisen auf eine anfängliche Nutzung vor 4.000 Jahren hin. Heute sind weltweit circa 24 verschiedene ein- und mehrjährige Reisarten bekannt. Ebenso wie andere Getreidearten gehört Reis seiner Herkunft nach zur Familie der Süßgräser.

Geschichte und Herkunft von Reis

Foto:  McKay Savage Flickr.com (CC BY 2.0),  McKay Savage Flickr.com (CC BY 2.0)

Der Reis auf dem Weg nach Europa

Als die Europäer begannen, andere Gegenden der Welt zu entdecken, führten sie den Reis im 10. Jahrhundert als exotisches Nahrungsmittel in Spanien ein. Andere Verbreitungsrichtungen verliefen über ländliche Handelswege durch muslimische Gebiete.

In Mesopotamien, dem heutigen Grenzgebiet zwischen Irak und Iran, wurde Reis schon 400 v. Chr. angebaut. Ab 300 v. Chr. hielt die Kultivierung von Reis auch in Japan Einzug. Wissenschaftlichen Berichten zur Folge bauten Europäer Reis bereits im 13. Jahrhundert an, nachdem Alexander der Große Reis mit in den Mittelmeerraum brachte. Griechen und Römer lehnten diese Körner zuerst ab. Während der Renaissance hielt dieses wertvolle Korn dennoch Einzug in viele europäische Küchen.

Zwei Jahrhunderte später kultivierten die Italiener erstmalig Reis in der Po-Ebene. Noch heute zählt Italien zum größten europäischen Reisproduzenten. Weitere Anbaugebiete dieser Nutzpflanze sind Frankreich, Spanien und Portugal. In den USA begann der Reisanbau im 17. Jahrhundert.

Grundnahrungsmittel Reis: Eine Weltnahrungspflanze

In Asien zählt Reis bis dato zu einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel. China und Indien gehören aktuell zu den größten Anbaugebieten. Dennoch exportiert Thailand den meisten Reis. Pro Person benötigen die Einwohner jener Länder zwischen 180 und 200 Kilogramm jährlich. Dabei verzehren Chinesen doppelt so viel Reis wie Inder. Im Gegensatz dazu benötigen Deutsche gerade einmal drei Kilogramm Reis pro Jahr.

Ähnlich wie andere Rohstoffe, wird Reis heute an der Börse gehandelt. Eine der berühmtesten Reisbörsen Europas befindet sich Vercelli (Piemont, Italien).

Merkmale typischer Herkunftsgebiete

Die typischen Anbaugebiete von Reis weisen folgende Merkmale auf:

  • Boden ist nicht zu salzig und nährstoffreich.
  • Gebiete mit warmen Temperaturen: Tropen und Subtropen (zwischen 50 Grad Nord und 40 Grad Süd)
  • Gegenden mit langen Wachstumsperioden.
  • Entwicklung des Nassreisanbaus seit circa 3.000 Jahren zum Schutz vor Schädlingen.