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Parboiled Reis und das Verfahren

Reis ist ein echtes Powerkorn. Kaum eine andere Getreidesorte ist so wandlungsfähig wie das kleine Reiskorn. Reis lässt sich nicht nur durch Kornlänge und Qualitätsstufen in bestimmte Reissorten unterteilen, sondern auch nach der Art der Verarbeitung. Dabei handelt es sich bei dem sogenannten „Parboiled Reis“ um die nährstoffreichste Variante.

Parboiled Reis und das Verfahren

Foto: mario Flickr.com (CC BY 2.0)

Die Länge ist entscheidend

Ursprünglich stammt der Reis aus den tropischen Gebieten Südostasiens. Hier wurde er bereits im 4. Jahrhundert v.Chr. kultiviert. Jahrhunderte später brachten die Araber das Korn nach Europa. Mittlerweile ist Reis für rund ein Drittel der Weltbevölkerung das Hauptnahrungsmittel. Reis unterscheidet sich vor allem in der Länge:

  • Rundkornreis Länge 4,0 bis 5,2 Millimeter: Rundkornreis hat die Eigenschaft beim Kochen viel Stärke abzugeben, wodurch er weich und klebrig wird und so seine typisch sämige Konsistenz behält. Diese Reissorte ist besonders für Milchreis und wird bevorzugt bei der Herstellung von Sushi verwendet.
  • Mittelkornreis Länge 5,2 bis 6,0 Millimeter: Der Mittelkornreis ist dem Rundkornreis sehr ähnlich. Auch hier wird beim Kochen ein Teil der Stärke freigesetzt, allerdings behält der Kern des Mittelkornreis trotz seiner sämigen Konsistenz seinen Biss. Mittelkernreis ist insbesondere für die Zubereitung von Risotto geeignet.
  • Langkornreis Länge 6,0 bis 8,0 Millimeter: Langkornreis, zudem auch die spezielle Sorte Parboiled Reis zählt, ist von der Konsistenz her hart und glasig. Beim Kochen bleibt er trocken und körnig. Daher wird Langkornreis gerne bei Fisch-, Fleisch und Gemüsegerichten als Beilage verwendet. Eine besonders aromatische Sorte ist der Basmatireis, der aus den Himalajagebieten Indiens stammt. Ebenso beliebt ist der thailändische Jasminreis, der schon beim Kochen sein einzigartiges Duftaroma entfaltet. Einige Erzeugerländer reichern den Reis nach dem Poliervorgang noch zusätzlich mit Eisen und Vitaminen an, um so den Nährstoffgehalt des Getreidekorns zu erhöhen. Die meisten Nährstoffe, ohne Zugabe von Zusatzmitteln, enthält der sogenannte Parboiled Reis.

Das Verfahren: Wie wird Parboiled Naturreis hergestellt ?

In den meisten Anbauländern wie China, Indien, Vietnam, Japan und Brasilien, wird der Reis gedroschen und entspeltzt. Das bedeutet, dass die Schutzhülle des Korns entfernt wird, sodass nur der Kern und seine Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe erhalten bleiben. Nach dem Transport in die Konsumländer wird der Reis unter anderem zu Parboiled Reis weiterverarbeitet. Bei der Weiterverarbeitung wird der Reis geschält. dass heißt, die Randschicht des Korns (Silberhäutchen und Keimling) wird entfernt. Dadurch geht ein Großteil der Vitamine und Mineralstoffe verloren.

Mit dem Parboiled-Verfahren können rund 80 Prozent der ursprünglichen Nährstoffe erhalten bleiben. Bei dem Verfahren wird dem Langkornreis in einem Vakuunbehälter die Luft entzogen. Dann werden die Vitamine und Mineralstoffe mittels heißem Wasser gelöst und anschließend mit hohem Druck wieder in das Reiskorn gepresst. Nachdem das Wasser abgelassen wurde, wird der Reis mit heißem Wasserdampf versiegelt, wodurch die Nährstoffe im Reiskorn erhalten bleiben. Anschießend wird die überschüssige Restflüssigkeit durch ein Unterdruckverfahren entzogen und er Reis in heißer Luft ausgehärtet. Zum Schluss wird die Randschicht entfernt, ohne dabei viele Nährstoffe zu verlieren.

Welche Nährwerte hat Parboiled Reis ?

Neben Naturreis kann Parboiled Reis die meisten Nährstoffe aufweisen. In der Nährwert Tabelle sieht das pro 100 Gramm folgendermaßen aus:

  • Eiweiß: 6,5 g
  • Kohlenhydrate: 78,4 g
  • Fett: 0,5 g
  • Brennwert: 1440 kj
  • Kalorien: 344 kcal

Welche Zubereitungsmethoden gibt es ?

Reis ist ein echtes Multitalent. Er ist für fast jedes Gericht geeignet. Dabei gibt es hauptsächlich drei Arten der Parboiled-Reis-Zubereitung:

  • Die Wassermethode: Hierbei wird der Reis in heißem Wasser gekocht. Das Parboiled-Reis-Kochen dauert zwischen 15 und 20 Minuten. Durch diese Garmethode
    wird der Reis zwar sehr körnig, verliert allerdings einiges an Nährstoffen.
    Die Dämpfmethode:  Eine gute Zubereitungsvariante ist das Garen von Reis durch Wasserdampf. Die Garzeitliegt bei rund 30 Minuten.
    Die Quellmethode: Die wohl beliebteste Zubereitungsart ist die sogenannte Quellmethode. Dabei wir der Reis in einem Topf in kaltem Wasser kurz zum
    Kochen gebracht. Dann wird der Herd ausgeschaltet und der Topf mit einem Deckel geschlossen. Nach rund 20 Minuten ist der Reis
    fertig.