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Reispapier- Herkunft und Eigenschaften

Viele kennen das Reispapier nur aus der asiatischen Küche etwa in Form von Frühlingsrollen. Im asiatischen Raum ist das Reispapier jedoch ein wahrer Allrounder und wird nicht nur gegessen, sondern auch als Kunstmaterial oder sogar für die Inneneinrichtung verwendet. Abhängig vom Ausgangsmaterial, denn das Papier wird nicht immer aus Reis hergestellt, kommt es später in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz.

Chinesisches Reispapier zum Malen

Reispapier ist nicht gleich Reispapier, was bereits die erste Variante beweist. Das chinesische Papier aus Reis wird aus dem sogenannten Reispapierbaum hergestellt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Baum, der in China und Japan wächst und auch in Europa als Zierbaum kultiviert wird.

Der Baum liefert die Grundlage für diese Art von Papier aus Reis. Zur Herstellung des Papiers werden Zweige und Äste zuerst gekocht, damit man sie einfacher von der Rinde befreien kann. Das eigentliche Material zur Herstellung des Papieres befindet sich im Inneren des Zweiges.

Durch das Kochen konnten die Zweige nicht nur von der Rinde befreit werden, man kommt auch einfacher an den markigen Kern, der mit einem Messer in dünne Lagen geschnitten und zu Papier weiter verarbeitet wird.

Daneben gibt es in China auch noch ein Reispapier, dass aus den Fasern der Rinde des Maulbeerbaums hergestellt wird. Die Herstellung ist vergleichbar mit der herkömmlichen Papierherstellung, bei der die Fasern zu einem Brei gekocht und anschließend das Papier geschöpft wird.

Das Papier aus den Zellulose-Fasern eignet sich hervorragend zum Malen von Aquarellen, denn die Fasern saugen die Flüssigkeit besser auf und ermöglichen schönere Farbverläufe. Aufgrund seiner Oberflächenbeschaffung ist es weniger zum Schreiben geeignet, da es zu rau ist. Allerdings werden in Asien aus bunt gefärbtem Papier des Reisbaums auch künstliche Blumen angefertigt.

Reispapier

Foto: Katina Rogers Flickr.com (CC BY 2.0)

Japanisches Papier aus Reisstroh für Lampen

Das japanische Papier aus Reis wird aus dem Stroh gewonnen, das nach der Ernte des Reises übrig bleibt. Dazu müssen die Fasern wiederum durch Schlagen aufgebrochen werden, bis nach mehreren Verarbeitungsschritten daraus ein Brei gekocht und das Papier geschöpft werden kann.

Dem Japanpapier werden häufig auch noch andere Zellulose-Fasern zugesetzt, damit es robuster wird. Dieses Papier wird zum Basteln oder zum Zeichnen verwendet, damit lassen sich aber auch Lampen oder Paravents bespannen, da es deutlich robuster ist. Noch heute werden in Asien damit in traditioneller Bauweise Zimmer abgetrennt.

Kochen mit Reispapier

Damit das Papier aus Reis essbar ist, muss es aus dem Reismehl hergestellt werden. Zur Herstellung wird dem Mehl nach und nach Wasser zugefügt, bis daraus ein geschmeidiger und vor allem nicht klumpiger Brei entsteht. Die geschmeidige Paste wird dann auf ein Trägermaterial aufgestrichen wie einem sauberen Stück Stoff.

Nun wird der Reis-Teig langsam über einem Topf kochendem Wasser gegart. Die Reisblätter müssen nun vorsichtig abgelöst werden, damit sie nicht reißen. Zum Trocknen werden sie traditionellerweise auf Bambusmatten aufgelegt, was ihnen später auch die charakteristische Struktur verleiht, dass sich während des Trockenvorganges in den Teig einprägt.

Hergestellt wird das Reispapier in Asien in der Regel von Frauen in mühsamer Handarbeit. Am Tag schafft eine Frau bis zu 1.600 Blätter, die später abgepackt und verkauft werden. Im getrockneten Zustand ist das Reispapier sehr unflexibel, damit es später verkocht werden kann, muss es zuerst kurz in kaltem Wasser eingeweicht werden.

Das weiche Papier ist dann flexibel und kann dazu verwendet werden etwa Gemüse für Frühlingsrollen darin einzuwickeln. Neben dem reinen Papier aus Reis hat es sich auch bewährt verschiedene Stärkemehle wie Tapiokastärke zuzusetzen, wodurch die Reisblätter noch robuster und reißfester werden.

Reispapier hat den Vorteil, dass es kaum einen Eigengeschmack besitzt und die weiteren Zutaten damit nicht verfälsch oder Gerichte gar nach Teig schmecken. Die bieten sich an daraus kleine Snacks oder Fingerfood herzustellen. Neben einer Füllung aus Gemüse ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. So gibt es beispielsweise zu den frittierten Frühlingsrollen auch eine kalorienarme Variante der Rolle aus Reispapier.

Bei der sogenannten Sommerrolle, wie sie in Vietnam verbreitet ist, wird bereits gekochtes Gemüse oder Fleisch in dem nur mit wenig Wasser eingeweichten Papier eingewickelt.
Das essbare Papier aus Reis hat zudem den Vorteil, dass es gluten- und laktosefrei ist und damit auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten in der Küche eingesetzt werden kann.