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Reisschnaps – Herkunft und Eigenschaften

Bei Reisschnaps handelt es sich um eine Form des Branntweins, der durch einen hohen Alkoholgehalt gekennzeichnet ist und zu den Spirituosen zählt. Das alkoholhaltige Getränk ist im asiatischen Raum weit verbreitet und wird durch Destillation gewonnen. Als Grundlage für die Herstellen dienen Maischen, die aus Obst und Getreide hergestellt werden.

Reisschnaps Variationen und Herkunft

Grundsätzlich wird Reisschnaps aufgrund seiner Herkunft sowie dem Herstellungsverfahren in zwei Varianten unterschieden: Shochu und Arrak. Beim Shochu handelt es sich um ein hochprozentiges Destillat, das aus dem japanischen Raum stammt.

Die Grundzutaten dieses Getränks setzen sich üblicherweise aus Gerste, Zuckerrohr und Süßkartoffeln zusammen, doch auch ungewöhnliche Zutaten, wie Soba, Edelkastanie und Milch, finden zur Verfeinerung des Aromas Anwendung. Für den Prozess der Fermentierung wird dem Schnaps ein spezieller Schimmelpilz zugeführt, der auch bei der Sakezubereitung zum Einsatz kommt.

Reisschnaps

Foto: tokyofoodcast flickr.com (CC BY 2.0)

Der Alkoholgehalt des Shochu beträgt im Durchschnitt etwa 25 Volumenprozent, kann aber zwischen einzelnen Produkten stark variieren. So kommen auch Destillate vor, die einen Gehalt von mehr als 45 Volumenprozent aufweisen. Der Begriff Arrak bezeichnet für gewöhnlich hochprozentigen Schnaps aus dem südostasiatischen Raum.

Die Herstellung von Arrak ist in der Regel auf Sri-Lanka, Indonesien und einige andere Länder im Südosten Asiens beschränkt. Arrak gilt als eine der bekanntesten Formen des Reisschnaps und wird auf Grundlage von Reismaische, Palmsaft und Zuckerrohr hergestellt. Wie beim Shochu, kann auch der Alkoholgehalt des südostasiatischen Getränks stark variieren und reicht im Durchschnitt von 35 bis 75 Volumenprozent.

Qualität und Geschmack

Sowohl bei Shochu als auch Arrak gibt es teilweise erhebliche Qualitätsunterschiede, die am Geschmack und Herstellungsverfahren erkennbar sind. So gibt es beim Shochu zwei Klassen: Korui shochu und Honkaku.

Der Korui shochu ist dabei die preisgünstigere Variante und wird deshalb häufig in Mixgetränken verwendet. Üblicherweise wird der Korui shochu zweimal oder öfter destilliert, wodurch er einen höheren Alkoholgehalt aufweist und das Produkt nahezu geschmacks- und geruchlos ist. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet er sich hervorragend für die Kreation von Mixgetränken, da der Eigengeschmack die anderen Aromen des Getränks nicht überdeckt.

Der Honkaku weist hingegen ein charakteristisches Aroma auf, das weniger fruchtig als Sake ist und entscheidend von den verwendeten Rohstoffen abhängig ist. Konsumenten beschreiben den Geschmack in der Regel als erdig oder nussig, womit er sich deutlich vom Korui shochu unterscheidet. Der Honkaku ist aktuell in Japan besonders unter jungen Leuten sehr beliebt und entwickelt sich zunehmend zu einem Trend-Getränk.

Arrak erinnert geschmacklich hingegen eher an Whiskey oder Rum und weist aufgrund seiner bräunlichen Farbgebung auch optisch eine Ähnlichkeit zu diesen Getränken auf. Neben dem traditionellen, in Holzfässern gereiften, Arrak, gibt es weiterhin eine klare, gelbliche Variante. Hierbei handelt es sich um eine unausgereifte oder stark filtrierte Version des Arraks.

Geschmacklich erinnert guter Arrak an Whiskey oder Rum, weist darüber hinaus aber eine starke Eigennote auf. Da der Reisschnaps je nach Region verschiedene Herstellungsprozesse durchläuft, gibt es auch hier innerhalb der Arrak-Getränke aromatische Unterschiede.

So schmeckt ein Reisschnaps, der überwiegend aus Reismaische und Zuckerrohr hergestellt wurde, in der Regel deutlich kräftiger und besitzt eine ölige Note. Arrak aus reinem Palmwein weist hingegen ein florales Aroma auf.

Tradition und Verwendung von Reisschnaps

Laut Historikern gehört Reisschnaps zu den ältesten Spirituosen der Welt und soll bereits in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts vor Christus erfunden worden sein. Seinen Ursprung hat das alkoholische Getränk dabei im indischen Raum, von wo aus es sich in die Regionen Südostasiens und schließlich nach Japan ausbreitete.

Heutzutage ist Arrak und Shochu eine der am am weitesten verbreiteten Spirituosen im asiatischen Raum und wird aufgrund der vielen asiatischen Restaurants auch in Europa zunehmend beliebter.